Akkumulation: Akkumulation bezieht sich auf den Prozess
der Anhäufung von Kapital im Kapitalismus. Es bezeichnet die fortschreitende
Ansammlung von Profiten und Kapital durch Kapitalist:innen, indem sie einen
Teil des Mehrwerts, den sie aus der Ausbeutung der Arbeitskraft gewinnen,
wieder investieren. Marx argumentierte, dass die Akkumulation von Kapital zur
Konzentration und Zentralisierung von Reichtum führt und die Ungleichheit
zwischen den Klassen verstärkt.
Arbeit: Arbeit bezieht sich auf die menschliche
Tätigkeit, die darauf abzielt, materielle oder immaterielle Güter zu
produzieren oder Dienstleistungen zu erbringen. Im marxistischen Kontext
betrachtet Marx die Arbeit als grundlegende Quelle des Werts und des Reichtums
in einer Gesellschaft. Arbeit ist nicht nur eine physische Anstrengung, sondern
umfasst auch intellektuelle und kreative Tätigkeiten. Marx unterscheidet
zwischen konkreter Arbeit, die spezifische Produkte hervorbringt, und
abstrakter Arbeit, die als allgemeine gesellschaftliche Arbeitseinheit gemessen
und mit anderen Arbeiten verglichen werden kann. Im Kapitalismus argumentierte
Marx, dass die Arbeitenden, die Arbeiter:innenklasse, oft unter den Bedingungen
der Ausbeutung ihrer Arbeitskraft stehen, da sie einen Mehrwert erzeugen, der
dem Kapitalist:innen zugutekommt. Marx strebte eine befreite Gesellschaft an,
in der die Arbeit nicht mehr als bloßes Mittel zur Bereicherung anderer dient,
sondern als eine Quelle der Selbstentfaltung und der Befriedigung menschlicher
Bedürfnisse.
Abstrakte Arbeit: Abstrakte Arbeit bezieht sich auf die Art
von Arbeit, die im kapitalistischen Produktionsprozess ausgeführt wird und in
Form von Waren auf dem Markt gehandelt wird. Sie wird gemessen und verglichen
durch die aufgewendete durchschnittliche gesellschaftliche Arbeitszeit,
unabhängig von den spezifischen Fähigkeiten oder Eigenschaften des einzelnen
Arbeitenden. Marx argumentierte, dass der Wert einer Ware durch die in sie
eingeflossene abstrakte Arbeit bestimmt wird.
Private vs. gesellschaftliche Arbeit: Private Arbeit
bezieht sich auf die individuelle Arbeit eines Einzelnen, während
gesellschaftliche Arbeit die gesamte Arbeit bezeichnet, die in einer
Gesellschaft geleistet wird. Im Kapitalismus werden die individuellen Arbeiten
der Arbeiter:innen zu gesellschaftlicher Arbeit, da sie in den
Produktionsprozess eingebunden sind und zur gesellschaftlichen Wertschöpfung
beitragen. Marx betonte die soziale Dimension der Arbeit und argumentierte,
dass im Kapitalismus private Arbeit in der Produktion zu gesellschaftlicher Arbeit
wird, die dem Kapitalist:innen zugutekommt.
Arbeitskraft: Die Arbeitskraft bezieht sich auf die
Fähigkeit der Menschen, Arbeit zu leisten. Im Kapitalismus wird die
Arbeitskraft als Ware betrachtet und kann vom Kapitalist:innen gegen einen Lohn
gekauft werden. Die Arbeitskraft ist die Quelle des Mehrwerts, da sie in der
Produktion eingesetzt wird, um Waren zu produzieren und Wert zu schaffen.
[Atypische Beschäftigte]: Atypische
Beschäftigte bezieht sich auf Arbeitnehmer:innen, deren Beschäftigungsverhältnisse
von den traditionellen Normen abweichen. Dazu gehören Teilzeitbeschäftigte,
befristet Beschäftigte, Leiharbeiter:innen, Crowdworker und andere Formen
prekärer Arbeit. Im marxistischen Rahmen werden atypische Beschäftigte als
besonders anfällig für Ausbeutung betrachtet, da ihre Arbeitsbedingungen oft
unsicher sind, sie niedrigere Löhne erhalten und weniger soziale Absicherung
haben. Atypische Beschäftigung wird oft als Ergebnis von flexiblen
Arbeitsmarktmechanismen und der Suche nach Profitmaximierung seitens der
Kapitalist:innen betrachtet.
Ausbeutung: Ausbeutung bezieht sich auf die ungleiche
Verteilung des Mehrwerts zwischen Kapitalist:innen und Arbeiter:innen. Marx
argumentierte, dass die Kapitalist:innen die Arbeitskraft der Arbeiter:innen
ausbeuten, indem sie einen Teil des Mehrwerts als Profit aneignen.
Basis: In der marxistischen Theorie bezieht sich
der Begriff “Basis” auf die materiellen Produktionsverhältnisse einer
Gesellschaft, einschließlich der Eigentumsverhältnisse und der Art und Weise,
wie die Produktion organisiert ist. Die Basis umfasst die ökonomische Struktur
einer Gesellschaft, die die Grundlage für die sozialen, politischen und
ideologischen Verhältnisse bildet. Marx argumentierte, dass die Basis die
treibende Kraft für gesellschaftliche Veränderungen ist und dass Veränderungen
in der Basis auch Veränderungen im Überbau (ideologische und politische Sphäre)
nach sich ziehen.
Bourgeoisie: Die Bourgeoisie bezieht sich auf die
herrschende Klasse im Kapitalismus, die das Eigentum an den Produktionsmitteln
(Fabriken, Land, Maschinen usw.) besitzt und die Arbeiter:innenklasse
ausbeutet. Marx argumentierte, dass die Bourgeoisie ein Interesse daran hat,
den Kapitalismus aufrechtzuerhalten, um ihre eigene Macht und Privilegien zu
sichern.
Dialektischer Materialismus: Der dialektische
Materialismus ist eine philosophische Strömung, die auf Marx und Engels’
materialistischer Geschichtsauffassung basiert. Der dialektische Materialismus
betrachtet die Welt als von materiellen Bedingungen und Klassenkämpfen geprägt
und betont die Bedeutung von Widersprüchen, Veränderung und Entwicklung. Er
basiert auf der dialektischen Methode, die von Hegel entwickelt wurde, und
integriert sie in eine materialistische Perspektive. Der dialektische
Materialismus betont die Wechselwirkung zwischen den Produktionsverhältnissen
und den gesellschaftlichen Kräften sowie die Rolle des Klassenkampfes bei der
gesellschaftlichen Veränderung.
Diktatur des Proletariats: Die Diktatur des
Proletariats bezieht sich auf die Phase in der marxistischen Theorie, in der
das Proletariat, die arbeitende Klasse, die politische Macht erlangt und die
Kontrolle über die Produktionsmittel übernimmt. Marx und Engels sahen die
Diktatur des Proletariats als notwendige Übergangsphase auf dem Weg zum
Kommunismus, in der die Ausbeutung beseitigt und die Klassenunterschiede
aufgehoben werden sollten. Sie betonten, dass diese Diktatur keine Diktatur im
repressiven Sinne sein sollte, sondern vielmehr eine demokratische Herrschaft
der Mehrheit über die Ausbeuterklasse.
Entfremdung: Entfremdung bezieht sich auf den Zustand
der Entfremdung oder Entfernung des Menschen von seiner eigenen Arbeit, seinen
Produkten, seiner Menschlichkeit und anderen Menschen. Marx argumentierte, dass
im Kapitalismus die Arbeitenden aufgrund der Eigentumsverhältnisse und der
Ausbeutung entfremdet sind. Die Arbeit wird zu einem Mittel, um den
Lebensunterhalt zu verdienen, anstatt eine Quelle der Selbstverwirklichung zu
sein, und die Produkte der Arbeit gehören dem Kapitalist:innen. Die Entfremdung
führt zu einem Gefühl der Fremdheit, Isolation und Unzufriedenheit bei den
Arbeitenden.
Falsches Bewusstsein: Falsches Bewusstsein bezieht sich
auf die Vorstellungen, Überzeugungen oder Ideologien, die von den herrschenden
Klassen oder Institutionen in einer Gesellschaft verbreitet werden und die
Interessen der herrschenden Klasse unterstützen. Falsches Bewusstsein führt
dazu, dass die Arbeitenden ihre eigene Unterdrückung nicht erkennen oder dass
sie ihre Klasseninteressen nicht verstehen. Marx betonte die Notwendigkeit,
falsches Bewusstsein durch Klassenbewusstsein zu überwinden, damit das
Proletariat den Klassenkampf erfolgreich führen kann.
Fetischisierung: Fetischisierung bezieht sich auf den
Prozess, bei dem abstrakte soziale Beziehungen und Phänomene in der
kapitalistischen Gesellschaft in scheinbar natürliche, unveränderliche und
übermenschliche Formen umgewandelt werden. Marx verwendete den Begriff
“Fetisch” metaphorisch, um darauf hinzuweisen, dass im Kapitalismus
bestimmte Waren, Geld und der Marktwert an sich eine übermäßige Bedeutung und
Anziehungskraft bekommen. Die Fetischisierung führt dazu, dass diese abstrakten
Objekte oder Phänomene eine mystifizierte und übernatürliche Qualität erhalten,
während die eigentlichen sozialen Beziehungen und Produktionsverhältnisse, die
ihnen zugrunde liegen, verdeckt werden. Marx betonte, dass die Fetischisierung
im Kapitalismus dazu beiträgt, dass Menschen den eigentlichen Ursprung und die
soziale Konstruktion von Werten, Beziehungen und Ungleichheiten nicht erkennen
und die Kapitallogik als unveränderlich und unumstößlich akzeptieren.
Feuerbach-Thesen: Die Feuerbach-Thesen beziehen sich auf
eine Reihe von Thesen, die von Marx im Jahr 1845 verfasst wurden und sich mit
dem philosophischen Erbe Ludwig Feuerbachs auseinandersetzten. In diesen Thesen
argumentiert Marx, dass die Philosophie bisher die Welt interpretiert hat, es
aber nun darum gehen sollte, die Welt zu verändern. Marx kritisiert Feuerbach
dafür, dass er das materielle Fundament der menschlichen Existenz, die
gesellschaftlichen Verhältnisse und den Klassenkampf, vernachlässigt habe. Die
Feuerbach-Thesen markieren eine wichtige Wende im Denken von Marx hin zum
dialektischen Materialismus und legen den Grundstein für seine kritische Theorie.
Gebrauchswert: Der Gebrauchswert bezieht sich auf den
Nutzen oder die Nützlichkeit einer Ware. Jede Ware hat einen Gebrauchswert, da
sie Bedürfnisse befriedigen oder einen bestimmten Zweck erfüllen kann.
[Hegemonie]: Hegemonie bezieht sich auf die
Vorherrschaft oder Führungsposition einer sozialen oder politischen Gruppe über
andere Gruppen in einer Gesellschaft. Der marxistische Theoretiker Antonio
Gramsci entwickelte den Begriff der kulturellen Hegemonie, um die Vorherrschaft
der herrschenden Klasse in einer Gesellschaft zu erklären. Hegemonie geht über
bloße physische Unterdrückung hinaus und beinhaltet die Fähigkeit, die Ideen,
Werte und Normen der herrschenden Klasse als allgemein akzeptiert zu
etablieren. Gramsci argumentierte, dass die Arbeitenden und Unterdrückten eine
alternative kulturelle Hegemonie aufbauen müssen, um sozialen Wandel zu
bewirken.
Historischer Materialismus: Der historische
Materialismus ist eine zentrale Methode des Marxismus, die die
gesellschaftliche Entwicklung durch die Analyse der materiellen Bedingungen und
Verhältnisse betrachtet. Er betont den Einfluss der ökonomischen Strukturen,
der Produktionsverhältnisse und der Klassenkämpfe auf die Geschichte und
erklärt gesellschaftliche Veränderungen und Umbrüche durch den Widerspruch
zwischen den Produktivkräften und den Produktionsverhältnissen.
Ideologie: Ideologie bezieht sich auf die Gesamtheit
der Ideen, Überzeugungen, Werte und Vorstellungen, die eine bestimmte soziale
Gruppe oder Klasse prägen. Im Marxismus wird Ideologie als das Bewusstsein und
die Weltanschauung betrachtet, die von der herrschenden Klasse geschaffen und
gefördert wird, um ihre eigenen Interessen zu legitimieren und die
Unterdrückung der Arbeiter:innenklasse aufrechtzuerhalten. Marx argumentierte,
dass die herrschende Ideologie den wahren Charakter der kapitalistischen
Verhältnisse verschleiert und das Bewusstsein der Arbeitenden beeinflusst.
Imperialismus: Der Imperialismus bezieht sich auf die
politische, ökonomische und militärische Expansion von kapitalistischen Staaten
über ihre eigenen Grenzen hinaus. Marxist:innen sehen den Imperialismus als
Ergebnis der Konzentration von Kapital und der Suche nach neuen Märkten und
Ressourcen zur Profitmaximierung. Der Imperialismus führt zu einer stärkeren
Ausbeutung der arbeitenden Klassen in den kolonialisierten Ländern und zu
imperialistischen Kriegen um die Vorherrschaft auf globaler Ebene.
Kapital: Kapital bezieht sich auf den
Vermögenswert, der in der Produktion eingesetzt wird, um Mehrwert zu erzeugen.
Es kann in Form von Geldkapital (Geld), Warenkapital (Rohstoffe, Maschinen
usw.) oder Produktionskapital (fertige Waren) existieren. Marx unterschied
zwischen konstantem Kapital (Kapital, das in Produktionsmittel investiert wird)
und variables Kapital (Kapital, das für die Lohnzahlungen an Arbeiter:innen
verwendet wird).
Klasse: Im Marxismus bezieht sich der Begriff
“Klasse” auf eine soziale Gruppe, die durch ihre Stellung in den
Produktionsverhältnissen definiert wird. Marx unterschied im Kapitalismus
hauptsächlich zwischen zwei Klassen: dem Proletariat (Arbeiter:innenklasse) und
der Bourgeoisie (besitzende Klasse). Das Proletariat besitzt nur seine
Arbeitskraft und ist gezwungen, diese an die Bourgeoisie zu verkaufen, während
die Bourgeoisie die Produktionsmittel besitzt und von der Ausbeutung der
Arbeitenden profitiert. Die Klassenstellung bestimmt das Verhältnis zur
Produktion, das Klassenbewusstsein und die Interessen der jeweiligen Klasse.
Marx sah den Klassenkampf als treibende Kraft des historischen Wandels, bei dem
das Proletariat gegen die Bourgeoisie kämpft, um die kapitalistischen
Verhältnisse zu überwinden.
Klassenanalyse: Die Klassenanalyse bezieht sich auf die
Untersuchung und Klassifizierung von Gesellschaften anhand ihrer sozialen
Klassen. Im Marxismus ist die Klassenanalyse ein zentrales Instrument, um die
Struktur und Dynamik einer Gesellschaft zu verstehen. Sie betrachtet die
ökonomische Stellung der Menschen in Bezug auf die Produktionsmittel und
analysiert die Interessen und Konflikte zwischen den verschiedenen Klassen.
Klassenbewegung: Die Klassenbewegung bezieht sich auf die
organisierte kollektive Aktivität der Arbeiter:innenklasse zur Durchsetzung
ihrer Interessen und zur Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse. Sie
kann sich in Form von Gewerkschaften, politischen Parteien oder sozialen
Bewegungen manifestieren und zielt darauf ab, die Rechte und Bedingungen der
Arbeitenden zu verbessern und letztendlich den Kapitalismus zu überwinden.
Klassenbewusstsein: Das Klassenbewusstsein bezieht
sich auf das Bewusstsein der Arbeiter:innenklasse über ihre gemeinsamen
Interessen und ihre Position im Klassenkampf. Marx betonte die Notwendigkeit,
dass das Proletariat ein Klassenbewusstsein entwickeln muss, um sich gegen die Ausbeutung
und Unterdrückung durch die Bourgeoisie zur Wehr zu setzen.
Klassenkampf: Der Begriff “Klassenkampf”
bezieht sich auf den sozialen und politischen Konflikt zwischen den
verschiedenen Klassen in einer Gesellschaft, insbesondere im kapitalistischen
System. Marx prägte den Begriff und argumentierte, dass der Klassenkampf ein
inhärenter Bestandteil des Kapitalismus ist. Er betrachtete die kapitalistische
Gesellschaft als geteilt in zwei Hauptklassen: das Proletariat (die arbeitende
Klasse, die keine eigenen Produktionsmittel besitzt) und die Bourgeoisie (die
besitzende Klasse, die die Produktionsmittel kontrolliert). Marx sah den
Klassenkampf als Konflikt um die Verteilung von Ressourcen und den Zugang zu
politischer Macht. Er argumentierte, dass die Bourgeoisie bestrebt ist, ihre
Profite zu maximieren, während das Proletariat nach besseren
Arbeitsbedingungen, höheren Löhnen und sozialer Gerechtigkeit strebt. Marx
glaubte, dass der Klassenkampf letztendlich zur Überwindung des Kapitalismus
und zur Errichtung einer klassenlosen Gesellschaft, dem Kommunismus, führen
würde. Im Klassenkampf können verschiedene Formen des Widerstands und der
Organisierung auftreten, wie Streiks, Gewerkschaften, politische Bewegungen und
revolutionäre Aktivitäten. Der Klassenkampf kann auch in ideologischen
Auseinandersetzungen und politischen Debatten zum Ausdruck kommen.
Klassenlose Gesellschaft: Eine klassenlose
Gesellschaft ist das Ziel des Marxismus. Es ist eine Gesellschaftsordnung, in
der es keine Klassenunterschiede, keine Ausbeutung und keine Privilegien
aufgrund von Eigentum gibt. In einer klassenlosen Gesellschaft werden die
Produktionsmittel kollektiv kontrolliert und die sozialen und wirtschaftlichen
Beziehungen basieren auf Prinzipien der Gleichheit, Solidarität und
Zusammenarbeit.
Kommunismus: Der Kommunismus ist das angestrebte
Endziel im marxistischen Denken. Es ist eine klassenlose Gesellschaft, in der
die Produktionsmittel gemeinschaftlich besessen und kontrolliert werden und der
Grundsatz “Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen
Bedürfnissen” gilt. Im Kommunismus sollen die sozialen Ungleichheiten
überwunden, die Ausbeutung abgeschafft und eine umfassende gesellschaftliche
Gleichheit erreicht werden.
Kritik der politischen Ökonomie: Die Kritik der
politischen Ökonomie ist eine grundlegende Methode im Marxismus, die sich mit
der Untersuchung und Kritik der kapitalistischen Wirtschaftsweise befasst. Sie
analysiert die Gesetze des Kapitalismus, wie den Mehrwert, die Ausbeutung der
Arbeitenden und die Tendenzen zur Konzentration des Kapitals. Marx’ Werk
“Das Kapital” ist ein Beispiel für die Kritik der politischen
Ökonomie.
Lohn: Der Lohn bezieht sich auf die Bezahlung,
die ein:e Arbeiter:in für ihre Arbeitskraft erhält. Im marxistischen Kontext
ist der Lohn eine Form des Wertes, den Arbeiter:innen für ihre geleistete
Arbeit ausgezahlt wird. Marx argumentierte, dass der Wert der Arbeitskraft der
Arbeiter:in unter dem Wert liegt, den die Arbeiter:in tatsächlich durch seine
Arbeit schafft.
Marxismus: Der Marxismus ist eine politische und
ökonomische Theorie, die auf den Ideen von Karl Marx und Friedrich Engels
basiert. Der Marxismus analysiert die kapitalistische Gesellschaftsordnung
kritisch und betont die Bedeutung des Klassenkampfes, der Ausbeutung der
Arbeitenden und der Notwendigkeit einer revolutionären Umgestaltung der
Gesellschaft. Der Marxismus sieht die sozialen Verhältnisse als von den
Produktionsverhältnissen und den ökonomischen Strukturen geprägt und betont die
Bedeutung der politischen und wirtschaftlichen Organisierung der
Arbeiter:innenklasse. Der Marxismus hat verschiedene Schulen und
Interpretationen hervorgebracht und ist zu einer einflussreichen politischen
Bewegung geworden, die sich weltweit verbreitet hat.
Materialismus: Der Materialismus ist eine philosophische
Position, die betont, dass die materielle Realität und die ökonomischen
Bedingungen die Grundlage für die gesellschaftliche Entwicklung und das
Bewusstsein der Menschen bilden. Im marxistischen Sinne basiert die
Gesellschaftsordnung auf den materiellen Produktionsverhältnissen und den
Klassenkämpfen, die daraus resultieren. Marx und Engels betonten den
dialektischen Materialismus, der davon ausging, dass die materiellen
Bedingungen die Basis für die Entwicklung von Ideen, politischen Institutionen
und sozialen Strukturen bilden.
Mehrwert: Der Mehrwert bezieht sich auf den
zusätzlichen Wert, der durch die Arbeit eine:r Arbeiter:in über den Wert ihrer
eigenen Arbeitskraft hinaus geschaffen wird. Im Kapitalismus eignen sich
Kapitalist:innen den Mehrwert an und akkumulieren dadurch Kapital. Marx
argumentierte, dass der Mehrwert auf der Ausbeutung der Arbeitskraft der
Arbeiter:innen basiert.
Ökonomische Determination: Die ökonomische
Determination ist ein zentraler Grundsatz im Marxismus, der besagt, dass die
ökonomischen Verhältnisse einer Gesellschaft den grundlegenden Einfluss auf
ihre sozialen, politischen und kulturellen Aspekte haben. Marx argumentierte,
dass die Art und Weise, wie die Produktion organisiert ist und wie der
gesellschaftliche Reichtum verteilt wird, die sozialen Klassen, die sozialen
Beziehungen und die Ideologie einer Gesellschaft bestimmen. Dies bedeutet, dass
die Wirtschaftsstruktur die Basis bildet, auf der sich alle anderen
gesellschaftlichen Bereiche entwickeln.
[Partei]: Lenin entwickelte eine Theorie der
revolutionären Partei, die als Avantgarde des Proletariats fungieren sollte. Er
betonte die Notwendigkeit einer disziplinierten, zentralisierten und gut
organisierten Partei, um die revolutionären Ziele zu erreichen. Lenin
argumentierte, dass die Partei eine entscheidende Rolle bei der Führung der
Arbeiter:innenklasse in der Revolution und beim Aufbau des Sozialismus spielt.
Politische Macht der Kapitalist:innen: Nach Marx’ Lehre
wird damit gemeint, dass im fortgeschrittenen Stadium des Kapitalismus die
Kapitalist:innen nicht nur über finanzielles Kapital (Geld) verfügen, sondern
auch über politische Macht. Marx argumentierte, dass im Kapitalismus die
Konzentration von Kapital zunimmt, wodurch einige wenige Kapitalist:innen große
Mengen an Kapital ansammeln und dominante Positionen in der Wirtschaft
erreichen. Diese Kapitalist:innen können dann ihre finanzielle Macht nutzen, um
auch politische Macht zu erlangen. Durch den Besitz von großen Unternehmen,
Banken und anderen Finanzinstitutionen können Kapitalist:innen politischen
Einfluss ausüben, indem sie politische Parteien finanzieren, Lobbyarbeit
betreiben und politische Entscheidungsprozesse beeinflussen. Marx sah dies als
eine Form des Klassenkampfes an, bei dem die herrschende Klasse, die
Bourgeoisie, ihre Interessen durchsetzt und die Arbeiter:innenklasse
unterdrückt. Marx argumentierte auch, dass die politische Macht der Kapitalist:innen
dazu dient, die bestehenden kapitalistischen Produktionsverhältnisse
aufrechtzuerhalten und ihre Profite zu schützen. Diese Verflechtung von
wirtschaftlicher und politischer Macht führt laut Marx zu einer verstärkten
Ausbeutung der Arbeiter:innenklasse und verstärkt die Ungleichheiten im
kapitalistischen System.
Produktionsmittel: Produktionsmittel sind die
materiellen Ressourcen, die in den Produktionsprozess einfließen, um Waren
herzustellen. Dazu gehören Maschinen, Rohstoffe, Werkzeuge und Fabriken. Im
Kapitalismus sind die Produktionsmittel im Besitz der Bourgeoisie und dienen
dazu, den Mehrwert aus der Arbeit der Arbeiter:innen zu extrahieren.
Produktionsverhältnisse: Die
Produktionsverhältnisse beziehen sich auf die Art und Weise, wie die Produktion
in einer Gesellschaft organisiert ist und wie die Menschen in Bezug auf die
Produktionsmittel miteinander interagieren. Im Kapitalismus bestehen die
Produktionsverhältnisse aus dem Privateigentum an den Produktionsmitteln, der
Ausbeutung der Arbeitskraft und dem Warenaustausch auf dem Markt.
Proletariat: Das Proletariat bezieht sich auf die
soziale Klasse der Arbeiter:innen, die keine eigenen Produktionsmittel besitzen
und gezwungen sind, ihre Arbeitskraft an Kapitalist:innen zu verkaufen. Marx
sah das Proletariat als eine revolutionäre Klasse, die das kapitalistische
System stürzen und eine sozialistische Gesellschaft errichten könnte.
Reproduktion: Der Begriff Reproduktion bezieht sich auf
den Prozess der Aufrechterhaltung und Wiederherstellung der kapitalistischen
Produktionsweise. Er umfasst die physische Reproduktion der Arbeitskraft (durch
Ernährung, Ruhe usw.) und die soziale Reproduktion der Produktionsverhältnisse
(durch Bildung, Ideologie usw.). Die Reproduktion spielt eine wichtige Rolle in
der Aufrechterhaltung der Klassenbeziehungen und der kapitalistischen Struktur.
Revolution: Die Revolution bezieht sich auf den
grundlegenden sozialen Wandel, der durch den Sturz der herrschenden Klasse und
die Umgestaltung der sozialen und ökonomischen Verhältnisse herbeigeführt wird.
Im Marxismus wird die Revolution als notwendige Voraussetzung gesehen, um den
Kapitalismus zu überwinden und eine sozialistische oder kommunistische
Gesellschaftsordnung zu etablieren.
Revolutionäres Subjekt: Das revolutionäre
Subjekt bezieht sich auf die soziale Gruppe oder Klasse, die in der Lage ist,
eine revolutionäre Veränderung der Gesellschaft herbeizuführen. Im Marxismus
wird das Proletariat als das revolutionäre Subjekt betrachtet, da es aufgrund
seiner ökonomischen Stellung und seiner Masse die Fähigkeit hat, den
Kapitalismus zu stürzen und eine sozialistische oder kommunistische
Gesellschaftsordnung zu etablieren.
Sozialismus: Der Sozialismus ist eine
gesellschaftliche und wirtschaftliche Ordnung, die auf der kollektiven
Kontrolle der Produktionsmittel durch die Arbeiter:innenklasse basiert. Im
Sozialismus werden die Produktionsmittel in Gemeineigentum überführt, die
Ausbeutung wird reduziert und es wird angestrebt, eine egalitäre und gerechte
Gesellschaft zu schaffen. Der Sozialismus wird oft als Übergangsphase auf dem
Weg zum Kommunismus betrachtet.
[Staat]: Lenin betonte, dass der Staat ein
Instrument der herrschenden Klasse sei, um ihre Macht und Interessen
aufrechtzuerhalten. Im Kapitalismus fungiert der Staat als Mittel zur Sicherung
der Ausbeutung und zur Aufrechterhaltung der kapitalistischen Produktionsverhältnisse.
Lenin argumentierte, dass die Arbeiter:innenklasse, um den Kapitalismus zu
überwinden, eine revolutionäre Diktatur des Proletariats etablieren müsse.
Diese Diktatur sollte die politische Macht direkt in den Händen der
Arbeiter:innenklasse haben und dazu dienen, die Ausbeutung zu beenden, die
Produktionsmittel zu verstaatlichen und den Übergang zum Sozialismus zu
ermöglichen. Lenin betonte, dass der bürgerliche Staat nicht reformiert werden
könne, sondern durch eine revolutionäre Aktion gestürzt werden müsse. Der
sozialistische Staat werde letztendlich überflüssig und müsse sich selbst
überwinden. Dies geschehe durch die schrittweise Entwicklung des Kommunismus,
in dem die Klassenunterschiede und die Notwendigkeit eines Staates
verschwinden. Bedeutung haben dabei die Räte, oder Sowjets, als Formen der
Arbeiter:innendemokratie. Er sah in ihnen die Möglichkeit einer direkten
Beteiligung der Arbeiter:innenklasse an der politischen Entscheidungsfindung
und betonte ihre Rolle als Instrumente der proletarischen Macht.
Tauschwert: Der Tauschwert bezieht sich auf den Wert,
den eine Ware auf dem Markt hat und gegen andere Waren getauscht werden kann.
Der Tauschwert wird durch die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit bestimmt,
die für die Produktion der Ware aufgewendet wird.
Überbau: Der Überbau bezieht sich in der
marxistischen Theorie auf den ideologischen, politischen und rechtlichen
Überbau einer Gesellschaft. Er umfasst die gesellschaftlichen Institutionen,
wie den Staat, die Religion, das Bildungssystem und die Kultur, die eng mit den
ökonomischen Verhältnissen verbunden sind und die Interessen der herrschenden
Klasse widerspiegeln.
Verdinglichung: Verdinglichung bezieht sich auf den
Prozess, bei dem soziale Beziehungen und menschliche Aktivitäten in einer
Gesellschaft als Dinge oder Objekte behandelt werden. Marx verwendete den
Begriff, um darauf hinzuweisen, dass im Kapitalismus soziale Beziehungen
zwischen Menschen, wie die Beziehung zwischen Arbeitgeber:innen und
Arbeitnehmer:innen, auf den Austausch von Waren reduziert werden. Die
Verdinglichung führt zu einer Entfremdung und Entpersönlichung der sozialen
Beziehungen.
Versachlichung: Versachlichung bezieht sich auf den
Prozess, bei dem menschliche Aktivitäten, Beziehungen oder Vorstellungen in
einer Gesellschaft in objektive oder unpersönliche Formen umgewandelt werden.
Im marxistischen Kontext beschreibt Versachlichung den Zustand, in dem soziale
Verhältnisse, die eigentlich von Menschen geschaffen wurden, als
unveränderliche Naturgesetze oder objektive Strukturen erscheinen. Dies führt
dazu, dass soziale Beziehungen und Klassenverhältnisse als unabhängig von
menschlichem Handeln und Einfluss wahrgenommen werden. Marx betonte, dass im
Kapitalismus die ökonomischen Strukturen und Beziehungen zwischen den Klassen
zu einer Versachlichung führen, bei der der Wert und die Warenform den
menschlichen Beziehungen übergeordnet werden.
Warencharakter: Der Warencharakter bezieht sich auf die
Eigenschaften einer Ware im kapitalistischen System. Eine Ware hat einen
Tauschwert, der durch die abstrakte Arbeit bestimmt wird, die in ihre
Produktion eingeflossen ist, sowie einen Gebrauchswert, der ihren Nutzen für
Käufer:innen darstellt. Marx argumentierte, dass im Kapitalismus alles,
einschließlich der Arbeitskraft selbst, zur Ware wird und dass die Gesellschaft
von der Produktion und dem Austausch von Waren bestimmt ist.
Widerspruch: Im Marxismus bezieht sich der Begriff
“Widerspruch” auf die Spannungen, Konflikte oder Gegensätze, die
innerhalb einer sozialen Formation, wie dem Kapitalismus, existieren. Marx
argumentierte, dass Widersprüche zwischen den Produktivkräften und den
Produktionsverhältnissen sowie zwischen den verschiedenen Klassen zu sozialen
und politischen Veränderungen führen können. Widersprüche sind ein Motor des
gesellschaftlichen Wandels und können zur Überwindung des kapitalistischen
Systems führen.